Lebenslinien/­Trauerhilfen

Mit dem Tod im Allgemeinen und dem Umgang mit Hinterbliebenen im Besonderen tun wir uns oft schwer. Hier sind einige Tipps, Anregungen und Kontakte, die uns wichtig und sinnvoll erscheinen, für Sie zusammengestellt.

Umgang mit Angehörigen

Umgang mit Angehörigen

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“

Der Vater einer lieben Freundin ist gestorben. Die Mutter der Nachbarin ist verstorben. Wie soll ich mich verhalten? Eine Angehörige, deren Mann tödlich verunglückt war, erzählte:

„Am meisten verletzt haben mich jene Menschen, die die Straßenseite gewechselt haben, wenn sie mich trafen, oder so getan haben, als würden sie mich nicht bemerken.“

Dieser Satz soll eine Ermutigung für uns sein, auf die Trauernden zuzugehen. Die eigene Unsicherheit überwinden und diese Unbeholfenheit auch ansprechen wirkt sehr erleichternd. Sätze zum Gesprächsbeginn könnten sein:

  • „Es tut mir so leid für dich. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“
  • „Ich habe gestern davon erfahren und seither viel an dich gedacht. Es ist unfassbar.“
  • „Otto hat mir erzählt, dass deine Mutter verstorben ist. Meine aufrichtige Anteilnahme. Kann ich dir irgendwie helfen? Kann ich dir eine Arbeit abnehmen?“
  • „Es tut uns leid, dass ihr diese schwere Erfahrung machen müsst. Wir sind in Gedanken bei euch.“

Ist erst der Anfang gemacht für ein Gespräch, wird sich alles andere ergeben. Bei einem Fortbildungsseminar hat eine Teilnehmerin erzählt:

„Wenn ich erfahre, dass jemand gestorben ist und ich möchte meine Anteilnahme ausdrücken, backe ich einen Kuchen. Beim Vorbeibringen hat man erstens gleich einen guten Beginn und es haben sich schon wunderbare Gespräche dabei entwickelt. Das ist mein Weg, meine Betroffenheit auszudrücken.“

Es muss ja nicht immer Kuchen sein. Sicher freut man sich in dieser Situation auch über einen großen Topf Suppe oder einen schönen Blumenstrauß.

Die Geste, ich möchte dir in dieser schweren Situation etwas Gutes tun, wird sicher auch nonverbal verstanden.

Trauerhilfe

Trauerhilfe

Sie selber oder ein Bekannter, eine Freundin haben einen Verlust zu betrauern und suchen nach Hilfe. Es gibt zahlreiche Organisationen und viele Bücher, die Hilfe anbieten. Im Anschluss haben wir einige Möglichkeiten für Sie zusammengefasst.

Organisationen

RAINBOWS

RAINBOWS hilft Kindern und Jugendlichen in stürmischen Zeiten – bei Trennung, Scheidung oder Tod naher Bezugspersonen. Die Kinder lernen, Trauer aufgrund von Trennungs- und Verlusterlebnissen mitzuteilen und zu verarbeiten, damit das Leben in der veränderten Familiensituation trotz der traumatischen Erfahrungen positiv gestaltet werden kann.

Bundesverband: Theodor-Körner-Straße 182/1, 8010 Graz, 0 316/688 670
In OÖ: Rainbows OÖ, Stelzhamerstraße 5a, 4810 Gmunden, 0 76 12/630 56
Webseite: www.rainbows.at

Krisenhilfe

Diese Organisation hilft jährlich über 30.000 Menschen mit psychischen und sozialen Problemen. Rufen Sie unter der kostenlosen Nummer an: 0 732/21 77

Webseite: www.krisenhilfeooe.at

Rotes Kreuz

Die Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes helfen Ihnen unmittelbar nach einem Todesfall (z. B. Unfall, plötzlicher Herztod).

Telefon: ohne Vorwahl 141

Bewusste Trauerarbeit ist Lebenshilfe! Unter diesem Motto bietet das Rote Kreuz Trauerbegleitung einzeln und in der Familie an, Trauergruppen, Trauerseminare, begleitete Reisen für Trauernde, Selbsthilfegruppen für Angehörige nach Suizid.

Rotes Kreuz: Landesverband OÖ, Körnerstraße 28, 4020 Linz, 0 732/76 44-0

TelefonSeelsorge

Jemand hört Ihnen zu, Sie brauchen den Namen nicht zu nennen. Es wird Verschwiegenheit über Ihre Person und das, was Sie erzählen, garantiert.

Notruf ohne Vorwahl, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: 142

Trauerbegleitung – Diözese Linz

Ausgebildete Trauerbegleiter/innen begleiten Sie im persönlichen Gespräch durch Ihre Zeit der Trauer.

Webseite: www.dioezese-linz.at

Trauerbegleitung – Michaela Pfusterer

Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung für alle Religions- und Glaubensrichtungen

Telefon: +43 680 3019693
E-Mail: michaela.pfusterer@gmx.at 
Büro im Pfarramt Timelkam, Mozartstr. 1, 4850 Timelkam
Termine nach telefonischer Vereinbarung

Trauerbegleitung – Maria Lederer

"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!"
von Antoine de Saint-Exupéry

Der Verlust bzw. Todesfall als auch die Trauer schmerzen sehr und fordern enorm viel von einem ab. Hier einen Menschen als Unterstützung und Anker an seiner Seite zu wissen wirkt bestärkend und gibt Hoffnung. Maria Lederer ist als Lebenesberaterin tätig und kann sich durch ihre herzliche, empatische und feinfühlige Art und auch bereits persönlich erlebten Schicksalsschlägen besonders gut in Menschen hineinversetzen. Es ist ihr ein Anliegen Menschen in Krisensituationen wieder zu einem ausgeglichenen Leben zu verhelfen und in diesen schweren Zeiten der Trauer und des Verlustes Menschen mit einem offenen Ohr und einen Blick nach vorne zu begegnen.

Webseite: www.marialederer.at
Telefon: +43 680 4030860
E-Mail: lederermaria@gmx.net
Geidenberg 13, 4844 Regau

Seelsorgerin – Margit Schmidinger

Ehrenamtliche Vorsitzende der kfb oö
Dekanat Schwanenstadt
Gmundner Straße 1b, 4800 Attnang-Puchheim

Webseite: www.talitakum.at
Telefon: +43 676 8776 5745

Bücher

Im Laufe der Jahre haben sich in unserem Büro viele Bücher rund um Trauer und Abschied angesammelt. Gerne können Sie jederzeit in unserer hauseigenen Bibliothek blättern oder sich ein Buch ausborgen. Das Angebot beginnt bei Bilderbüchern für Kinder bis hin zu Hilfen für das Gestalten von Totenandachten. Wir beraten Sie gerne.

Einige Klassiker seien hier genannt, um Ihre Suche zu erleichtern:
  • Bücher von Elisabeth Kübler-Ross
  • Bücher und Hörbücher von Dr. August Höglinger
  • „Du bist nicht allein“ von Gudrun Theurer – Begleitende Texte für Kranke, ihre Angehörigen und Hospizmitarbeiter
  • „…Leben…Tod…Leben…“ Herausgeber KMB – Gestaltungselemente für Trauerweg, Abendandachten, Begräbnisse, Gedenkfeiern
  • „Ich will dich nicht vergessen“ von Jo Eckardt
  • „Gute Hoffnung – jähes Ende“ von Hannah Lothrop: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der frühen Lebenszeit. Begleitung und neue Hoffnung für Eltern
  • Ja! Ein Trostbuch von Christine Haiden, Chefredakteurin der „Welt der Frau“, Linz
Kinderbücher:
  • „Leb wohl, lieber Dachs“ von Susan Varley
  • „Wo die Toten zu Hause sind“ von Christine Hubka und Nina Hammerle
  • „Für immer in meinem Herzen“ von Stefanie Wiegel: Das Trauer- und Erinnerungsalbum für Kinder
  • „Abschied von Anna“ von Michaela Holzinger/Heide Stöllinger
Kindertrauer

Wenn Kinder trauern

Kinder sind offen und neugierig. Sie fragen nach allem. Den Tod eines nahen Angehörigen verarbeiten sie, je nach Alter, verschieden.

Theorie

Kleinkinder empfinden bereits Verlust, können aber mit Sterben und Tod noch nichts anfangen. „Jetzt war die Oma schon lange genug weg!“

Kindergartenkinder meinen oft, dass sich Tod und Leben abwechseln. Tod weckt ihre Neugierde. Sie bringen mit ihren WARUM-Fragen Erwachsene bis an ihre Grenzen. „Wo liegt der Opa jetzt? Ist ihm sehr kalt?“

Grundschule: Kinder beschäftigen sich mit den Geheimnissen von Leben und Tod. Sie begreifen, dass der Tod auch sie treffen kann. „Kann es sein, dass du auch stirbst?“

Teenageralter: Religiöse und philosophische Überlegungen gewinnen an Bedeutung.

Jugendliche verdrängen teilweise den Tod und geben sich „cool“, andere beschäftigen sich intensiv mit Fragen nach Leben und Tod.

Allgemeines

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen und auch zu akzeptieren: Kinder wechseln in ihren Gefühlen. In einem Moment sind sie untröstlich, fünf Minuten später lachen sie oder tun, als ob nichts gewesen wäre.

Diese Reaktionen sind ganz normal, es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Kinder trauern auch zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Es kann Wochen, gar Monate später zu einer Reaktion kommen, die für Erwachsene unverständlich ist, bei längerem Nachdenken könnte es mit der Trauer des Kindes zusammenhängen.

Es gilt, jede Frage des Kindes ehrlich zu beantworten.

Eine Frage, die uns oft gestellt wird: Soll ein Kind mitgehen zur Beerdigung?
  • Ja, wenn das Kind möchte: Wichtig ist es, das Geschehen bei einer Beerdigung im Vorfeld möglichst gut und ehrlich zu beschreiben, auch, dass viele Menschen, einschließlich der Mama und dem Onkel, weinen werden. Wenn Sie selbst dem Verstorbenen sehr nahe sind, wäre es unbedingt notwendig, Ihr Kind einer Person anzuvertrauen, welche gegebenenfalls mit dem Kind die Kirche oder Aufbahrungshalle verlassen kann. (Als Tochter des Verstorbenen z. B. können und sollen Sie die Trauerfeier nicht verlassen. Auch Sie haben ein Recht auf Ihren Abschied.) So wäre die Lösung mit einer dritten Person für alle entspannend.
  • Nein, wenn das Kind nicht möchte: Das Kind kann einen Brief schreiben oder ein Bild malen, welche man vor der Beerdigung in die Aufbahrungshalle bringt oder nach der Beerdigung zum Grab legen kann. Eventuell kann man am Begräbnistag mit dem Kind die Orte (Halle, Kirche, Friedhof) abgehen und so das Kind begleiten beim Abschiednehmen.

Egal wie alt Ihre Kinder sind, ob 3 Jahre oder 12 Jahre, Alltag gibt Ihren Kindern Halt. Bei Freunden ist alles noch „normal“. In der Schule weinen nicht alle und alles läuft „wie immer“. Jugendstunden, Fußballtraining – dort ist „Alltag“. Ermöglichen Sie Ihrem Kind diese Dinge. Sie helfen.

Es gibt zu diesem Thema sehr viele Bücher.
Aus eigener Erfahrung können wir Ihnen folgende Bücher ans Herz legen:
  • Für immer in meinem Herzen/Stefanie Wiegel: ein Trauer- und Erinnerungsalbum für Kinder: Dieses Buch lädt die Kinder ein, Erinnerungen niederzuschreiben, Fotos einzukleben und wendet sich in der Sprache direkt an das Kind.
  • Wo die Toten zu Hause sind/Christine Hubka, Nina Hammerle: ein Bilderbuch ab 4 Jahren. Ein bunt illustriertes Bilderbuch, welches im Anhang auch noch einige Tipps für Eltern bereithält.
  • Leb wohl, lieber Dachs/Susan Varley: ein Bilderbuchklassiker, der sich seit vielen Jahren bewährt.
  • Ist Oma jetzt bei Gott?/Norbert Kugler: eine Broschüre, welche im Behelfsdienst der Diözese Linz erhältlich ist und auf sehr übersichtliche Weise Informationen zu diesem Thema gibt.
Angebote bei Trauer und Verlust

Spezielle Angebote für Trauer und Verlust

Es ist uns, der Bestattung Eckl, ein Anliegen, Sie nicht nur bei einem Trauerfall bestmöglich zu betreuen, sondern Ihnen auch in der schweren Zeit danach zur Seite zu stehen.

„Das tiefste Leid ist stets das schweigende Leid. Wer Tränen findet oder ausspricht, der kann das Leid überwinden. Aber wer das Leid schweigend in sich trägt, den verzehrt es schließlich. Und dennoch möchte er reden, er möchte gehört werden – viel mehr – er möchte verstanden sein.“ (Adler 1975,51)

In der Folge haben wir in Zusammenarbeit mit qualifizierten Personen in der Trauerbewältigung verschiedene Möglichkeiten erarbeitet und aufbereitet.

Sehen Sie es als eine Möglichkeit und ein Angebot, mit Ihrem schweren Verlust umgehen zu lernen.

  • Vorträge
  • Trauerbegleitung für Erwachsene
  • Gruppe für Kinder, die vom Tod eines nahen Angehörigen betroffen sind

Für nähere unverbindliche Auskünfte zum jeweiligen Angebot stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Vorträge

Vortrag für Eltern, Großeltern, Pädagogen, Erzieher…

Wie helfe ich meinem (mir anvertrauten) Kind in seiner Trauer?

„Wohnt die Oma jetzt im Himmel?“
„Ist dem Opa eh nicht kalt?“

Kinder können uns mit ihren Fragen ganz schön in Verlegenheit bringen. Ist aber der Todesfall eingetreten, bleibt oft keine Zeit, sich auch noch um die vielen Fragen der Kinder zu kümmern.

Ich, Barbara Eckl, Diplompädagogin und Bestatterin, werde einen Abend zu diesem Thema gestalten. Mir liegt das Thema Kinder und Trauer sehr am Herzen. Es geht an diesen Abenden darum, wie ich auf Fragen der Kinder reagieren kann, welche Möglichkeiten es für Kinder gibt, mit ihrer Trauer umzugehen.

Wenn ich als Elternteil, als Erziehungsberechtigter, als Pädagoge um verschiedene Möglichkeiten der Trauerbewältigung weiß, können wir Kinder in ihrem Abschiednehmen gut begleiten.

Auf Anfrage kann dieser Vortrag auch in Ihrer Gemeinde abgehalten werden (Elternabende, Elternkindzentrum, o. Ä.).